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BARUNTSE Expedition

Nach meinen Bergbesteigungen in Ostafrika und Südamerika wollte ich nun endlich die Berge des Himalaya kennen lernen. Viel hatte ich schon von den 7- und 8000ern gehört. Jetzt wollte ich mich selbst an einen solchen Berg heranwagen. Zum ersten Mal wollte ich die magische 7000er Höhenlinie überqueren.

Ende September  flogen wir von Frankfurt über Dubai nach Kathmandu in Nepal. Ein herrlicher Flug. Bei Sonnenaufgang hatten wir einen phantastischen Blick auf die Himalaya-Kette. Ein Bergriese reihte sich an den Nächsten.

Da Planung und Organisation einer solchen Reise mit einem enorm großen Zeitaufwand verbunden ist, entschloss ich mich, mit einem kommerziellen Anbieter dieses Abenteuer anzugehen. Amical Alpin führte 1995 eine Expedition zum Baruntse durch, ein  7168 m hoher Berg im Khumbu Himal. Zu dieser Expedition meldete ich mich an.

 

Kathmandu ist Ausgangspunkt für nahezu alle Reisen in den Himalaya. Nach einer Besichtigung der Stadt flogen wir weiter nach Lukla, dem Tor zum Solu Khumbu. Lukla befindet sich etwa 150 Kilometer nordöstlich von Kathmandu und liegt bereits auf 2834 m Höhe.

Sein Flughafen liegt in einem sehr engen Tal, die Landebahn ist eine schiefe Ebene mit 15 %iger  Steigung und liegt quer zum Talverlauf. Möglichkeiten für einen Lande- bzw. Startabbruch gibt es nicht. Unter der Landebahn ist eine steile Schlucht. Flugzeugfracks in der Nähe zeugen von der Gefährlichkeit des Airports. Ich bin froh, dass unser Flug nach Lukla mit einem Hubschrauber erfolgte.

Von hier aus brachen wir zu einem 8-tägigen Trekking auf, das uns zu unserem Basislager am Baruntse führte. Unser Anmarschtrekking sollte auch der Akklimatisation dienen. Dem entsprechend warendie Tagesetappen relativ kurz und die Höhenunterschiede gering.

An einem völlig unscheinbaren Ort entdeckten wir eine kleine Gompa. Eine Art Kapelle mit Altar. Unsere nepalesischen Begleiter bringen hier Opfergaben dar.

Wir erreichten das Hunku-Tal. Von hier hatten wir einen ersten Blick auf die  Lhotse-Südwand, hinter der (links) die Spitze des Everest herausragt.

Die Region ist buddhistisch geprägt. Überall sahen wir  Mani-Mauern. Dies sind aufgeschichtete Steine, in denen die Gebetsformel “om mani padme hum” eingemeißelt ist.

Auf unserem Weg ins Baruntse-Basislager mussten wir den Mera-Pass überschreiten. Die Passhöhe liegt auf 5415 m. Für unsere Träger, die das Expeditionsgepäck transportierten, keine anstrengende Tagesetappe.

Endlich hatten wir das Basislager erreicht. Es lag auf  einer Höhe von 5450 m. Wir waren 1995 die einzige Expedition an diesem Berg. Vom Lager aus konnten wir unser Gipfelziel gut einsehen.

Doch bevor wir unseren Gipfel in Angriff nehmen konnten, galt es, im Rahmen einer Puja die Götter um "Einlass" in ihr Reich zu bitten, den für Buddhisten sind die Gipfel der Berge die Wohnstätte ihrer Götter.

 

Erst dann konnten wir beginnen, die Hochlager einzurichten. Das Lager 1 lag auf etwa 6140 m. Zu ihm führte eine steile Eiswand hinauf. Da diese Wand mehrfach durchstiegen werden musste, wurde sie mit Fixseilen versichert.

Vom Lager 1 konnten wir die weitere Aufstiegsroute gut einsehen. Etwa 1000 Höhenmeter waren es noch bis zum Gipfel.

Wir brachen unser Basislager ab. Unsere Rückmarsch sollte durch das Solu Khumbu führen. Mit den wenigen Trägern, die noch bei uns waren, machten wir uns auf den Weg.

Einer der schönsten Aussichtsberge im Solu Khumbu ist der Island Peak. Da wir nicht ohne Gipfelerfolg nach Hause zurückkehren wollten, entschlossen wir uns diesen Trekking-Berg zu besteigen.

Vom Gipfel sehen wir in der Ferne den Kangchenjunga, mit 8586 m der 3. höchste Berg unserer Erde.

Über dem Lager 1 erhebt sich die Westwand des Makalu (8463 m).

Unser 2. Hochlager war auf 6650 m gelegen. Von hier wollten wir zum Gipfel aufbrechen. Doch leider machte ein plötzlicher Wetterumschwung einen weiteren Aufstieg unmöglich. Im Schneetreiben stiegen wir enttäuscht ins Basislager ab.

Um ins Solu Khumbu zu gelangen, mussten wir den Pass Amphu Labtsa überqueren. Zur Passhöhe auf 5787 m führt ein terrassenartig aufgebauter Gletscher.

Inzwischen bestens akklimatisiert, erreichten wir ohne Schwierigkeiten den Gipfel. Mit seiner Höhe von 6189 m ist der Island Peak nur ein Zwerg zwischen den Riesen Lhotse, Nuptse und Makalu. Von hier bietet sich ein grandioser Blick auf die Berge des Solu Khumbu. Dominiert wird die Szenerie durch die Ama Dablam, für viele einer der schönsten Berge unserer Erde.

Nach diesem Gipfelerlebnis setzten wir unseren Rückmarsch fort. Wir erreichten den Ort Namche Bazar, das Zentrum des Solu Khumbu. Zum Markttag kommen Händler von Nah und Fern. Sogar aus Tibet kommen sie mit ihren Waren.

 

Meine Tagebuchaufzeichnungen von dieser Expedition habe ich in meinem Buch “Mein Weg zum Dach der Welt “ niedergeschrieben. Die Buchbestellung kann über den Buchhandel, Verlag oder per E-Mail erfolgen.