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DHAULAGIRI Expedition

Am 10. April 2000 fuhren wir von Kathmandu mit dem Bus über Pokhara nach Beni, Ausgangspunkt für das 8-tägige Anmarschtrekking zum Basislager. In den ersten Tagen kamen wir noch durch kleine Dörfer. Überall fanden wir herzliche Aufnahme, denn in diese Region kommen nur selten Touristen.

Wir erreichten das Italian Basecamp am Dhaulagiri. Hier drohte unsere Expedition fast zu scheitern. Viele unserer Träger weigerten sich, weiter zu gehen.

Ohne Höhenprobleme erreichten wir unser Basislager, das wir auf einem Gletscher in einer Höhe von 4650 m aufbauten. Gebetsfahnen wurden aufgehängt und mit einer Puja baten wir die Götter um Einlass in ihre "Wohnung". Dem Glauben der Einheimischen nach, wohnen die Götter auf den schneebedeckten Gipfeln, die in ihrer Ruhe nicht gestört werden wollen.

Eine Alternative zu dieser Route gab es nicht. Wir absolvierten die Eiger-Traverse in den frühen Morgenstunden, da dann die Lawinengefahr am geringsten war.

Nach dem Gletscherbecken ging es steil hinauf zum Lager 1. Der Schnee war tief und der Aufstieg äußerst mühsam. Außerdem war größte Vorsicht geboten, denn Gletscherspalten durchzogen den Hang, die bei dem Neuschnee nicht zu sehen waren.

Um so höher wir kamen, um so phantastischer wurde die Fernsicht. Uns gegenüber erhoben sich Annapurna und Nilgiri. Unter uns die tiefe Kali Gandaki-Schlucht. Nach Norden reichte Blick weit hinein nach Tibet. Steil ging es weiter hinauf zum Lager 2, das wir auf 6600 m errichteten.

 

Beim Abstieg wurde ein Kamerad von einer Lawine erfasst. Zum Glück kam sie in einer Senke zum Stillstand und er konnte sich selbst befreien.

2 Jahre waren seit der Shisha Pangma Expedition vergangen. Schon seit Monaten bereitete ich mich auf meine nächste Achttausender-Expedition vor. Der Dhaulagiri, mit 8167 m siebthöchster Berg unserer Erde, war mein Ziel. Er wurde als letzter der 14 Achttausender vor genau 40 Jahren zum ersten Mal bestiegen. Dies hatte mehrere Gründe. An dem "Weißen Berg" stürmt und schneit es viel, außerdem gilt er als nicht ganz einfach zu besteigen.

Dann wurde die Gegend immer einsamer. Immer öfter trat die Dhaulagiri-Kette in unser Blickfeld. In einem stetigen Auf und Ab kamen wir unserem Ziel immer näher und gewannen dabei langsam an Höhe. Dies förderte unsere Akklimatisation ungemein.

Alles Zureden unseres Sirdars half nichts. Von anfangs fast 100 Trägern blieben nur etwa ein Dutzend bei uns. Mit ihnen setzen wir den Weg ins eigentliche Basislager fort.

Vor uns lag die Nordwand des "Eiger". Zwischen ihr und einem Eisbruch musste die Traversierung in ein Hochbecken erfolgen. Vom Basislager aus sahen wir, dass immer wieder Lawinen über diesen Aufstiegsweg abgingen.

Unser Lager 1 bauten wir auf dem Nord-Ost-Sattel in einer Höhe von 5700 m auf. Auf diesem Plateau muss 1960 bei der Erstbesteigung die Propellermaschine "Yeti" gelandet sein, mit der die Erstbesteiger in ihr vorgeschobenes Basislager flogen. Von hier aus konnte man die weitere Aufstiegsroute über den Nord-Ost-Grat gut einsehen.

Nach drei Ruhetagen sollte nun der Aufstieg zum Gipfel erfolgen. Im Basislager wollten wir neue Kräfte sammeln. Verpflegt wurden wir von unserer nepalesischen Küchenmannschaft.

Voller Zuversicht stiegen wird auf. Doch das Wetter spielte nicht mit. Im Lager 1 angekommen, zwangen uns anhaltender Schneefall und Sturm zur Umkehr.

Das Wetter blieb auch in den nächsten Tagen unbeständig. Immer wieder fegten Sturmböen über das Basislager. Im Basislager zerlegte es Toiletten-, Dusch- und Küchenzelt. Endlich wurde das Wetter besser und der nächste Gipfelangriff konnte angegangen werden.

 

Von hier aus ging es an Fixseilen weiter zum Lager 3 auf 7250 m. Der Aufstieg war sehr mühsam. Stetig ging es dem Grat entlang bergauf, ständig einem eisigen Wind ausgesetzt.

Die Verhältnisse schienen diesmal für uns günstig zu sein. Wir kamen gut voran und erreichten das Lager 2.

Müde und erschöpft erreichte ich das Lager 3. Der Lagerplatz bot nur wenig Platz. Die Zelte wurden mit Seilen zusätzlich gesichert, damit ein aufkommender Sturm sie nicht davon blasen konnte. Nachdem ich etwas gegessen und getrunken hatte, packte ich meine Sachen für den nächsten Tag.

In einer Höhe von 7500 m brach mein Eisgerät aus, ich verlor den Stand und stürzte in die Tiefe. Dabei verlor ich meine Stirnlampe. Mit gebrochener Rippe und Ellenbogen gelangte ich mit der Hilfe eines Sherpas ins Lager 3 zurück. Dort wartete ich bis der Tag anbrach, um dann ins Basislager abzusteigen.

Um Mitternacht brachen wir zur Gipfeletappe auf. Wir hatten sternklaren Himmel, doch es war eisig kalt. Zum Glück war es fast windstill. Im Schein unserer Stirnlampen stiegen wir über eine 50° steile Eisflanke auf. Blankes Eis erschwerte den Aufstieg. Die ersten Höhenmeter gingen wir am Seil.

Auch meine Kameraden hatten kein Gipfelglück. Tiefer Schnee machte ein Vorwärtskommen unmöglich. Einer nach dem anderen musste erkennen, dass es zwecklos war und den Abstieg antreten. In diesem Frühjahr blieb der Dhaulagiri unbestiegen. Auch eine zweite Expedition hatte kein Glück.

Während unser Gepäck mit einem Hubschrauber ausgeflogen wurde, traten wir den Rückmarsch an. Über die Pässe French Col und Dhampus Pass erreichten wir Marpha bzw. Jomosom im Kali Gandaki. Von hier aus flogen wir mit einer Twin-Otter zurück nach Kathmandu.

Videoaufnahmen von dieser Reise sind auf DVD oder CD-ROM erhältlich. Bestellung nur per E-Mail.