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SHISHA PANGMA Expedition

Einmal im Leben einen Achttausender besteigen. Dies war nun geschafft. Aber wer nun dachte, dass ich das Expeditionsbergsteigen aufgeben würde, der hatte sich getäuscht. Irgendwie war ich von einem "Virus" befallen. Schon auf der Rückreise von Nepal nach Deutschland kreisten meine Gedanken um die nächsten Gipfelziele.

Unsere Expedition bestand aus nur 6 Personen, hinzu kamen 3 Sherpas als Begleitmannschaft. Die Anreise erfolgte wieder über Dubai und Kathmandu.

Nyalam war mir schon von der Cho Oyu Expedition her bekannt. Mein Interesse galt dem tibetischen Ortsteil. Hier wird nach wie vor Yak-Dung an der Hausmauer getrocknet. Dieser dient später als Brennmaterial. Zwei Jahre waren inzwischen vergangen. Eine Veränderung konnte ich in dem tibetischen Ortsteil nicht feststellen. Im chinesischen Teil waren hingegen Renovierungen bzw. Neubauten unübersehbar.

Wir unternahmen in der Umgebung einige kleinere Touren, um uns an die Höhe zu gewöhnen und warteten darauf, dass unsere Yak-Treiber ins Lager kamen.

Um in das vorgeschobene Basislager zu gelangen, wollten wir uns zur langsamen Akklimatisation 2 Tage Zeit lassen. Der Materialtransport erfolgte wieder mit Hilfe von Yaks. Der Weg war unbeschwerlich. Die Höhendifferenz zum Basislager betrug nur ca. 650 Höhenmeter.

Der Yebokanggle-Gletscher mit seinen Eistürmen und -wänden war geradezu ideal für “Spaziergänge” in der Nähe unseres Camps.

 

Das nächste Ziel war bald ausgemacht. Es sollte der Shisha Pangma in Tibet sein: Mit 8013 m zählt er zu den  kleineren Achttausendern. Er ist der einzige, der gänzlich auf tibetischen Boden gelegen ist. Wieder brach ich zu diesem Abenteuer mit einer Amical Alpin Expedition auf. Und mit dabei war auch wieder mein Freund und Bergkamerad Arne Heckele.

Von dort fuhren wir nach Nyalam im tibetischen Hochland. Die Himalayakette musste dabei durchquert werden. Eine abwechslungsreiche und zum Teil abenteuerliche Fahrt.

Ausgangspunkt für unsere Expedition war das Fahrerlager nördlich des Shisha Pangma. Es ist exakt auf einer Höhe von 5000 m gelegen. Von hier hatte man bereits einen herrlichen Blick auf unser Ziel.

In den Gesichtern der Tibeter spiegelt sich die Härte des Nomadenlebens wider. Im Haar haben sie als Schmuck einen roten Wollquasten eingebunden. Am Gürtel tragen fast alle einen Dolch.

Unser Lager schlugen wir am Rand des Yebokanggle-Gletschers in einer Höhe von 5650 m auf. Vom Lagerplatz konnte man die Gipfelregion und weite Teile unserer Aufstiegsroute einsehen. Etliche andere Expeditionen waren bereits vor Ort, doch noch keine war bislang in Gipfelnähe vorgedrungen.

Das Lager 1 befand sich in einer Höhe von 6375 m. Von hier aus eröffnete sich ein weiter Blick hinaus in das tibetische Hochland. Doch unser Interesse galt mehr dem Gipfel. Fast 1800 m Höhenmeter trennten uns noch von ihm. Dabei wirkte er schon zum Greifen nahe.

Der Gipfel konnte nun in Angriff genommen werden. Doch das Wetter schlug um und hielt uns im Basislager fest. Fünf Tage mussten wir warten bis wir aufbrechen konnten. Unser Aufstieg stand unter ungünstigen Vorzeichen. Gegen Mittag wurde es stürmisch und dunkle Wolken zogen auf. Als wir das Lager 2 erreichen, begann es zu schneien und ein eisiger Wind fegte über unsere Zelte.

Am nächsten Tag stiegen wir im knietiefen Schnee ab. Erholung im Basislager war nun angesagt. Kräfte sammeln für einen 2. Versuch. Hier im Basislager konnten wir uns von unserem Koch verwöhnen lassen. Zeit hatten wir noch reichlich.

Diesmal brachte “Ritter Sport” mir die verbrauchte Energie nicht zurück.

Am Ende meiner Kräfte erreichte ich das Lager 3 auf 7350 m. Ich hatte ausgeprägte Luftnot, mein Herz raste. Ich war unfähig irgendetwas zu tun. Mein Freund Arne Heckele versorgt mich mit Tee. Ich überlegte, was zu tun ist. War meine Luftnot Zeichen einer Höhenkrankheit? Hatte ich ein Höhenlungenödem? Sollte ich besser absteigen?

Doch bald musste ich erkennen, dass für mich heute der Gipfel unerreichbar sein sollte. In einer Höhe von 7500 m zwangen mich meine Atembeschwerden zur Aufgabe. Ich stieg in das Lager 2 hinab und wartete hier auf meine Kameraden.

 

Am nächsten Tag brachen wir Lager 2 und 1 ab und kehrten alle wohlbehalten ins Basislager zurück.

 

Nach 3 Ruhetagen erfolgte unser erster Aufstieg. Wir begannen mit den Materialtransporten für die Hoch- lager. Die 1. Etappe war die längste. Zunächst ging es auf einem Moränenrücken dem Gletscher entlang bis der eigentliche Aufstieg zum Lager 1 erfolgte.

 

Steil ansteigend ging es dann zum Lager 2. Wir errichteten es in einer Höhe von etwa 7000 m in einem Gletscherbecken unter der Nordflanke der Shisha Pangma. Bereits 8 Tage nach unserer Ankunft im Basislager standen Lager 1 und 2. Die erforderlichen Materialtransporte waren abgeschlossen.

"Kein Hund würde man bei diesen Verhältnissen vor die Tür lassen". Doch ein natürliches Bedürfnis zwang mich hinaus in die stürmische eisige Kälte. Unsere Zelte waren schon ziemlich eingeschneit und es wurde immer mehr zur Gewissheit, dass ein weiterer Aufstieg zwecklos war.

Nach 3 Ruhetagen brachen wir wieder auf. Diesmal bei besten Verhältnissen. Ich aber musste bald erkennen, dass meine körperliche Verfassung schlechter war, als in den Tagen zuvor.

Seit Tagen plagte mich ein ausgeprägter Husten. Nun beim Aufstieg verspürte ich bei geringster Anstrengung bereits Luftnot. Ich erreichte Lager 2 nur mit Mühe. Doch wir wollten noch weiter bis ins Lager 3. Zu diesem führte eine 45° steile Firnflanke hoch.

Erst nach Stunden beruhigten sich meine Atmung und Herz. Inzwischen war es Nacht. Ich wusste, dass ich nicht höhenkrank war. Ein Bronchialinfekt, den ich mir wohl bei meinem "Toilettengang" im Lager 2 geholt hat, schwächte mich. Am nächsten Morgen brachen wir zur Gipfeletappe auf. Da ich in Ruhe keine Beschwerden hatte begann auch ich mit dem Aufstieg in Richtung Gipfel.

 

Diese erreichten bei besten Verhältnissen den Gipfel. Ihnen bot sich eine phantastische Sicht hinüber zu Mount Everest, Lhotse und Cho Oyu.

Bald kamen unsere Yak-Treiber ins Basislager, um uns wieder abzuholen. Auf dem Weg zurück ins Fahrerlager ging mein Blick immer wieder zurück zum Shisha Pangma. Ich hatte den Gipfel diesmal nicht erreicht, doch ich bin gesund geblieben und konnte mit der Planung meiner nächsten Touren beginnen.

Videoaufnahmen von dieser Reise sind auf DVD oder CD-ROM erhältlich. Bestellung nur per E-Mail.