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Von La Paz in Bolivien

nach Santiago de Chile

1995 startete ich zu meiner zweiten Andenreise. Mein Flug ging zunächst nach La Paz in Bolivien. Nach 16-stündigem Flug landete unsere Reisetruppe auf 4050 m Höhe in El Alto, dem höchst gelegenen Flughafen auf unserem Globus. Von hier aus fährt man hinab nach La Paz, das in einem Kessel auf ca. 3600 m Höhe liegt. Über der Stadt erhebt sich der Illimani - 6462 m.

Im Zentrum der Stadt liegt die Plaza San Francisco mit der Franziskaner-Kirche. Ein Granitbau, bei dem der spanische Barock mit der Bauweise der Aymara miteinander verschmilzt.

 

Bei fehlender Akklimatisation machte uns die ungewohnte dünne Luft in den ersten Tagen schwer zu schaffen. Für große Unternehmungen fehlte die Luft. So nutzten wir die Zeit für eine Rundfahrt durch die Stadt. Bolivien zählt zu den ärmsten Ländern Südamerikas. Ca. 70 % der Bevölkerung sind Indios, die auch das Gesicht des Landes prägen. Auf uns Touristen übte der Indiomarkt im Stadtteil San Sebastían eine besondere Anziehungskraft und Faszination aus.

Sehenswert sind auch die Museen an der Calle Jaén. Im Museo del Oro sind verschiedene Büsten mit Kopfschmuck aus der Zeit vor den Inkas zu bewundern.

In einem der Museen ist auch eine Grabstätte nachgebaut. Wir erfahren, dass die Toten früher in sitzender Position bestattet wurden.

Nach ausreichender Akklimatisation brach unsere Reisetruppe Richtung Süden auf. 3500 km lagen vor uns bis wir unser Ziel Santiago de Chile erreichen sollten. Diese Strecke wollten wir mit dem Bus, Geländewagen und der Eisenbahn zurücklegen.

Zunächst durchfuhren wir mit einem Bus das Altiplano. Eine öde und unfruchtbare Hochebene. Die ersten wild lebenden Lamas sind zu sehen.

Mit Jeeps setzten wir die Fahrt fort und erreichten den Salar de Uyuni, eine der größten Salzpfannen unserer Erde. 18.000 Tonnen Salz werden jährlich aus dem Salzsee gewonnen.

 

Die Fahrt ging vorbei an riesigen Salzpfannen und Lagunen. Hier sahen wir  Flamingos, Lamas und auch einen Nandu, den Andenstrauß.

In völliger Abgeschiedenheit leben in dieser wüstenhaften Region auch einige wenige Menschen. Wir stießen auf das Haus einer kleinen Familie. Seit Wochen kamen hier keine Menschen mehr vorbei.

Abwechslung für das Auge bietet das Mallku Lavafeld. Die faszinierenden Felsformationen erinnern an den vulkanischen Ursprung der Region.

Station machten wir bei den Schlammtöpfe “Sol de Manana”. Ein Feld, geprägt von Vulkanismus. In den unterschiedlichsten Farben blubbern hier Geysire, Schlammtöpfe und Fumarole.

Wir überquerten die Grenze zu Chile und erreichten die Oasenstadt San Pedro de Atacama. Die Kirche der Stadt trägt einen Dachstuhl, der aus Kakteenholz gefertigt wurde.

Hatte man früher in der Atacama Salpeter abgebaut, so wird im Norden von Chile heute Kupfer gewonnen. In Chuquicamata befindet sich die größte Kupfermine unserer Erde. 800 m tief ist bereits der Krater, sein Durchmesser misst über 7 km.

Von hier aus waren es noch 200 Höhenmeter bis zum Gipfel, wobei zuletzt auch eine kurze Kletterpassage im 2. Schwierigkeitsgrad bewältigt werden musste.

Im Süden von La Paz liegt das Tal des Mondes, “El Valle de la Luna”. Eine Landschaft wie von einem anderen Stern. Eine wüstenhafte Landschaft mit aus Sandstein geformten Felstürmen und Mauern, dazwischen riesige Kakteen.

Wir erreichten Oruru, die einzige Stadt des südlichen Altiplano. Hier bestiegen wir den Zug nach Uyuni. Trotz Fahrt in der 1. Klasse eine recht strapazenreiche Fahrt. Bei Nacht benötigte der Bummelzug für eine Wegstrecke von 300 km fast 7 Stunden. An den wenigen Haltestellen werden Coca-Tee und kleinere Speisen angeboten.

Auf der weiteren Fahrt Richtung Süden ging es durch eine menschenleere Gegend. Von nun an sind wir völlig auf uns alleine angewiesen. Sollte man bei der Durchquerung eines Flusses stecken bleiben, muss man sich selbst zu helfen wissen. So natürlich auch bei auftretenden Fahrzeugpannen. Es kann Tage dauern bis ein anderes Fahrzeug vorbeikommt.

 

 

Dann hatten wir die Atacama Wüste erreicht. Sie gilt als die trockenste Region unserer Erde. Kaum zu glauben, dass hier früher Menschen lebten. Bis zur Erfindung der synthetischen Salpeterherstellung Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Atacama Salpeter abgebaut.

Vorsicht ist angebracht, denn ein Einbrechen kann bei dem über 600° kochendem Schlamm tödlich sein.

Während dieser Reise bestieg ich den Tapaquillcha sowie den Licancabur. Letzterer ist ein wunderschöner Vulkankegel an der Grenze zu Chile. Er wurde bereits zur Zeit der Inkas bestiegen. Für sie war er ein heiliger Berg und diente als Opferstätte.

Hauptattraktion des Ortes ist jedoch das archäologische Museum. Hier ist “Miss Chile” zu bewundern. Eine Mumie, die auf dem Licancabur gefunden wurde. Das Alter der Dame wird auf 1200 Jahre geschätzt.

Bergsteigerische Höhepunkt der Reise war die Besteigung des Ojos del Salado. Ausgangspunkt hierfür war das Basislager "Jorge Rojas" auf 5180 m. Über ein Hochlager auf 5750 m wurde der Gipfel angegangen. Zunächst ging es mühsam hinauf bis der schneegefüllte Kraterrand erreicht wurde. 

Dann war es geschafft und man konnte den grenzenlosen Ausblick über die endlose Gebirgswüste genießen.

Die Reise ist in meinem Buch “Mein Weg zum Dach der Welt” näher beschrieben. Buchbestellungen können über den Buchhandel, Verlag oder per E-Mail erfolgen.